Die Radar-Füllstandsmesstechnik lässt sich im Wesentlichen in zwei Typen unterteilen: geführtes Wellenradar und berührungsloses Radar. Obwohl beide Mikrowellensignale zur Füllstandsmessung nutzen, unterscheiden sich ihre Funktionsprinzipien und Anwendungsbereiche deutlich.
1. Funktionsprinzip
Geführtes Wellenradar:
GWR sendet Mikrowellenimpulse entlang einer Sonde (Stab, Kabel oder Koaxialkabel) aus, die in direktem Kontakt mit dem Medium steht. Das Signal breitet sich entlang der Sonde aus und wird an der Materialoberfläche reflektiert. Der Pegel wird anhand der Laufzeit des reflektierten Signals berechnet.
Berührungsloses Radar:
Berührungsloses Radar sendet Mikrowellensignale über eine Antenne in den freien Raum aus. Das Signal wird von der Materialoberfläche reflektiert und kehrt zur Antenne zurück. Der Pegel wird durch Messung der Laufzeitverzögerung zwischen Senden und Empfangen bestimmt.
2. Installationsmethode
GWR: Erfordert das Einführen einer Sonde in den Tank → Kontaktmessung
Berührungsloses Radar: Auf dem Panzerdach installiert → kein Kontakt mit dem Medium
3. Eignung für den jeweiligen Anwendungsbereich
Geführtes Wellenradar:
Kleine bis mittelgroße Tanks
Stabile Oberflächen
Flüssigkeiten mit niedriger Dielektrizitätskonstante
Grenzflächenmessung (z. B. Öl- und Wasserschichten)
Weniger anfällig für Schaum, Dampf oder Turbulenzen
Berührungsloses Radar:
Große Tanks oder Silos
Korrosive, gefährliche oder Hochtemperaturmedien
Situationen, in denen Kontakt vermieden werden muss
Schüttgüter (Pulver, Getreide)
Komplexe Tankstrukturen (mit geeigneter Konfiguration)
4. Genauigkeit und Stabilität
GWR: Im Allgemeinen stabiler und zuverlässiger unter schwierigen Bedingungen aufgrund des geführten Signals
Berührungsloses Radar: Hohe Genauigkeit (insbesondere 80 GHz), kann jedoch durch Staub, Schaum oder Hindernisse beeinträchtigt werden.
5. Wartung und Langlebigkeit
GWR: Die Sonde steht in Kontakt mit dem Medium → es kann zu Ablagerungen, Korrosion oder Beschichtungen kommen.
Berührungsloses Radar: Kein Kontakt → geringerer Wartungsaufwand, längere Lebensdauer
6. Messbereich
GWR: Typischerweise bis zu 30 Meter
Berührungsloses Radar: Reichweite 70–120 Meter, abhängig von der Frequenz
7. Kostenüberlegung
GWR: In der Regel kostengünstiger für kleinere Tanks
Berührungsloses Radar: Höhere Anschaffungskosten, insbesondere für Hochfrequenzmodelle (80 GHz).
8. Zusammenfassung der wichtigsten Vergleiche
Merkmale: Geführtes Wellenradar (GWR), berührungsloses Radar
Kontakt mit Medium Ja Nein
Installationssonde eingesetzt, oben montiert
Ideal für Flüssigkeiten, Grenzfläche Flüssigkeiten & Feststoffe
Schaum-/Dampfbeständigkeit Stark Mittel
Wartungsaufwand mittel niedrig
Maximale Reichweite ~30 m Bis zu 120 m
Wählen Sie Guided Wave Radar, wenn Sie hohe Stabilität, Grenzflächenmessung oder zuverlässige Leistung unter Schaum-/Dampfbedingungen benötigen.
Wählen Sie berührungsloses Radar, wenn Sie nicht-invasive Messungen, Messungen über große Entfernungen oder die Handhabung korrosiver und gefährlicher Medien benötigen.
Veröffentlichungsdatum: 03.04.2026