Die präzise Messung des Regenwasserabflusses aus städtischen Abwassersystemen ist entscheidend für den Hochwasserschutz, die Optimierung des Entwässerungsnetzes und die Einhaltung von Umweltauflagen. Herkömmliche Durchflussmesser für Vollrohre liefern in Abwassersystemen, in denen die Rohre meist nicht vollständig gefüllt sind und die Regenwasserabflussmengen stark schwanken – von Rinnsalen bei leichtem Regen bis hin zu starken Regenfällen –, oft keine zuverlässigen Daten. Durchflussmesser für offene, nicht vollständig gefüllte Rohre haben sich als ideale Lösung für diese Herausforderungen erwiesen.
Diese speziell für Teilmengen entwickelte Zähler basieren auf dem Prinzip, Wasserstand, Fließgeschwindigkeit und Querschnittsfläche zu korrelieren, um den Volumenstrom zu berechnen. Die beiden am häufigsten verwendeten Typen sind Ultraschall- und Radarzähler. Beide nutzen berührungslose Messtechnik, die den direkten Kontakt mit Regenwasser vermeidet. Diese Bauweise ist für die Kanalisation unerlässlich, da Regenwasser typischerweise Sedimente, Ablagerungen und andere Verunreinigungen enthält, die Kontaktsensoren verunreinigen oder beschädigen können.
Ultraschall-Durchflussmesser senden Schallwellen aus, um die Laufzeit der Signale von der Wasseroberfläche zu messen und so den Wasserstand zu bestimmen. Sie nutzen außerdem den Doppler-Effekt, um die Strömungsgeschwindigkeit zu ermitteln, indem sie die Frequenzverschiebung der von Schwebstoffen im Wasser reflektierten Wellen erfassen. Radar-Durchflussmesser funktionieren ähnlich, verwenden jedoch Mikrowellensignale und bieten daher eine bessere Leistung bei widrigen Wetterbedingungen wie Starkregen oder Nebel sowie in komplexen Rohrleitungssystemen. Durch die Kombination von Echtzeit-Durchfluss- und Wasserstandsdaten berechnen beide Messgerätetypen kontinuierlich präzise Durchflussmengen.
Die Vorteile von Durchflussmessern für offene Gerinne ohne vollständige Rohrfüllung bei der Regenwasserableitung in Abwasserkanälen sind deutlich und praktisch. Erstens minimiert ihre berührungslose Bauweise den Wartungsaufwand und verlängert die Lebensdauer, da die Sensoren vor Verstopfungen und Korrosion durch Abwasserverunreinigungen geschützt sind. Zweitens eignen sie sich hervorragend für die Erfassung extremer Durchflussschwankungen und messen sowohl geringe Abflüsse bei leichtem Regen als auch starke Abflüsse bei Starkregen – und decken damit das gesamte Spektrum der Regenwasserableitung ab. Drittens unterstützen die meisten Modelle zahlreiche Ausgänge, wie z. B. RS485/Modbus, Datenlogger, 4–20 mA usw. Städtische Wasserwirtschaftsbetriebe können die Abflussdynamik in Echtzeit verfolgen, rechtzeitig Hochwasserwarnungen ausgeben und die Entwässerungsmaßnahmen effizient anpassen.
Die Installation ist unkompliziert und kostengünstig und erfordert keine größeren Änderungen an der bestehenden Abwasserinfrastruktur. Die Sensoren werden je nach Rohrgröße und -struktur entweder innen oder außen an den Rohroberseiten montiert. Eine einfache Vorab-Besichtigung vor Ort gewährleistet die optimale Platzierung der Sensoren, abgestimmt auf Rohrform und Strömungseigenschaften.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Durchflussmesser für offene, nicht vollständig gefüllte Rohre eine zuverlässige und wartungsarme Lösung zur Messung des Regenwasserabflusses in Abwasserkanälen darstellen. Ihre Anpassungsfähigkeit an nicht vollständig gefüllte Rohre und die rauen Bedingungen in Abwasserkanälen macht sie unverzichtbar für die Verbesserung der Effizienz und Resilienz des städtischen Wassermanagements.
Veröffentlichungsdatum: 09.12.2025